Von Freitag (23.01.) bis Sonntag (25.01.) richtet sich der Blick der Skiwelt nach Kitzbühel. Beim Weltcup der alpinen Männer stehen Super-G, Abfahrt und Slalom auf dem Programm. Wir stimmen euch auf die Hahnenkammrennen ein – mit einem Blick auf emotionale deutsche Erfolge und eine amüsante Panne, die sogar eine Goldene Gams außer Gefecht setzte.
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Der Mythos Streif: Wo Legenden entstehen
Die Hahnenkammrennen in Kitzbühel sind legendär. Auf der berühmt-berüchtigten Streif werden Helden geboren, aber auch Karrieren beendet. Wer die Abfahrt als Schnellster bezwingt, schreibt Geschichte und wird über Nacht zur Legende. So wie Thomas Dreßen. 2018 gelang ihm vor einer Traumkulisse mit 40.000 Zuschauern ein Traumlauf. Am Tag nach seinem Triumph hatte fast jeder in Deutschland den Namen Thomas Dreßen gehört und wusste auch, dass es sich dabei um einen Skirennfahrer handelt. Diesen Effekt hatte zuletzt ein gewisser Boris Becker erzielt, nachdem er das Tennisturnier in Wimbledon gewonnen hatte.
Kein Skirennen der Welt löst bei Rennfahrern und Zuschauern einen derart großen Hype aus. Kitzbühel gilt in der Szene als inoffizielle WM. Einige Sportler ziehen einen Sieg in Kitzbühel gar einer WM-, ja selbst einer Olympiamedaille vor. Egal ob Freitag im Super-G, Samstag in der Abfahrt oder sonntags im Slalom auf dem Ganslernhang.
Unser Team für Kitzbühel
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Zeitplan
Freitag, 23. Januar
- 11:30 Uhr Super G
- 18:00 Uhr Startnummernverlosung Abfahrt
- 18:30 Uhr Siegerehrung Super G
Samstag, 24. Januar
- 11:30 Uhr Abfahrt
- 18:00 Uhr Startnummernverlosung Slalom
- 18:30 Uhr Siegerehrung Hahnenkamm Abfahrt
Sonntag, 25. Januar
- 10:30 Uhr Slalom 1.Lauf
- 13:30 Uhr Slalom 2.Lauf anschl. Siegerehrung
Kitzbühels Erfolgsrezept: Perfekte Bedingungen für Höchstleistungen
Die Strahlkraft von Kitzbühel ist in der Tat überwältigend. Ein Grund dafür ist, dass es Kitzbühel seit vielen Jahrzehnten gelingt, den schmalen Grat zwischen Sport und Unterhaltung zu beschreiten. Basis ist und bleibt dabei der Sport. Nirgends finden Sportler bessere Voraussetzungen, um ein Rennen zu bestreiten, als in Kitzbühel.
Schon das Starthaus am Hahnenkamm ist legendär. Während die Top-Stars an anderen Weltcup-Stationen gewöhnlich in entweder überhitzten oder unterkühlten Zelten auf ihren Start warten, bietet Kitzbühel einen Triple-A-Standard: Spinningbikes zum Aufwärmen, loungeähnliche Bereiche zum Entspannen, sportspezifische Verpflegung mit frischem Obst und großen Screens, auf denen das Renngeschehen verfolgt werden kann.
Preisgeld, Promis und große Nächte
Auf den Sieger warten im Ziel nicht nur 40.000 enthusiastische Skifans, sondern auch das Rekordpreisgeld im Weltcup von 100.000 Euro. Dazu kommt eine weltweite Übertragung der Siegfahrt im TV mit 400 Millionen Zuschauern und bei der Race-Night am Abend eine der stilvollsten Feiern im Weltcup vor 2.500 zahlenden Gästen. Hier feiern Promis, CEO’s und Adabeis gemeinsam mit den Gewinnern. Auch die Abläufe rund um die Rennen sind in Kitzbühel traditionell vorgegeben: Die Promis starten mit der Weißwurstparty im Stangelwirt in Going ins Rennwochenende, die Sieger beenden es traditionell mit einer richtig großen Sause im Londoner, beziehungsweise bei der Nachfeier im Sommer, wenn die Organisatoren zur Gondelübergabe laden. Dann stehen die Sieger der Rennen zum zweiten Mal im Mittelpunkt und zelebrieren mit ihren Teams, Familien und Freunden die Enthüllung der mit dem eigenen Namen versehenen Hahnenkammgondel.
Die Streif: Eine Strecke ohne Gnade
Der Weg dorthin ist voller Herausforderungen und verlangt sportliche Höchstleistungen. Denn die Streif gehört zu den schwierigsten Rennstrecken der Welt. Direkt nach dem Start – der fünffache Rekordsieger Didier Cuche aus der Schweiz wird gerne mit der Aussage zitiert: „Jeder der nach dem Starthaus mehr als zwei Schlittschuhritte macht, ist ein Held für mich“ – stürzen sich die Fahrer in die gefährliche “Mausefalle”, den steilsten Abschnitt der Strecke, wo sie im Sprung bis zu 80 Meter weit fliegen. Danach wird rasant beschleunigt, bevor es in den extrem eisigen “Steilhang” geht, der präzise Technik erfordert und keine Fehler verzeiht. Dann gilt es noch, die berüchtigte “Hausbergkante” zu meistern, einen Sprung aus extrem hoher Geschwindigkeit heraus. Wer diese Strecke meistert, zählt zu den ganz Großen im Reigen der Abfahrer.
Deutsche Siege und besondere Geschichten
Darunter finden sich auch einige deutsche Rennfahrer. 2019 erlebte der schon erwähnte Thomas Dreßen verletzt pausierend den Sieg von Teamkollegen Josef „Pepi“ Ferstl ein Jahr später live im Zielraum. Dabei schrieb Pepi eine besondere Familiengeschichte fort. Gewann doch genau 40 Jahre zuvor sein Vater Josef Ferstl ebenfalls auf der Streif. Während also Thomas Dreßen zu den ersten Gratulanten von Pepi Ferstl gehörte, übernahm diese Rolle bei seinem eigenen Sieg der Slalomspezialist Felix Neureuther. Auch Felix musste nach einem Kreuzbandriss verletzungsbedingt pausieren und bejubelte im Ziel den größten Coup von Thomas Dreßen. Felix selbst gewann den Slalom auf dem Ganslernhang sogar zweimal. Besonders der erste Sieg 2010 war für den erfolgreichsten deutschen Skirennfahrer maximal emotional. Papa Christian, der ebenfalls am Ganslernhang gewinnen konnte, herzte seinen Sohn im Ziel mit Freudentränen in den Augen.
Felix Neureuther und die verletze Gams
Felix selbst gelang dann bei der improvisierten Feier im Rasmushof das Kunststück, die gerade in Empfang genommene Siegertrophäe ernsthaft zu verletzen. Mit den Worten: „Hier ist das Ding“, knallte er die Goldene Gams vor den Augen seines Best Buddy Bastian Schweinsteiger auf den Tisch. Die Gams verlor dabei zwei Beine und blieb benommen liegen. Selbstredend sorgten die Kitzbühler für Ersatz – und das beinahe in Echtzeit.
Linus Straßer und der perfekte Kreis
Auch der letzte deutsche Slalomsieger nach Armin Bittner, Christian und Felix Neureuther, erlebte in Kitzbühel den bisher emotionalsten Moment seiner Karriere. War Linus Straßer doch als kleiner Pimpf aus München vom damaligen Trainer und jetzigen Rennleiter Mario Weinhandel als erster Deutscher in den Kitzbüheler Skiclub aufgenommen worden und durfte dort trainieren. 2024 schloss sich dann mit seinem ersten Weltcupsieg auf seinem Hausberg der Kreis. Selbstredend wurde in der Stunde des Triumphes das Ehrungsprotokoll spontan abgeändert: Rennleiter Mario Weinhandel übergab die Goldene Gams und wieder waren alle Augen nass …
Vielleicht gelingt Linus dieses Jahr wieder ein perfekter Moment auf seinem Hausberg? Und wer wird diesmal die Streif bezwingen? Die Weltcup-Rennen in Kitzbühel laufen live im ERSTEN und bei EUROSPORT. Sendezeiten gibt’s hier fürs ERSTE und hier für EUROSPORT. Einschalten und Daumen drücken! 🙌
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