Olympia-Zeitkapsel: 1994 – Wasmeier rockt Lillehammer und holt Gold im Super G

Heute geht es für unsere Speed-Herren beim Super G in Bormio ab 11:30 Uhr zur Sache. Bevor es ernst wird, polieren wir euer Olympiawissen kurz auf. Willkommen in der Olympia-Zeitkapsel: Hier holen wir jeden Tag – passend zu den anstehenden Medaillenentscheidungen – einen legendären Moment der olympischen Geschichte hervor. Perfekt zum Einstimmen auf den Wettkampftag und für das kleine Extra an Olympia-Nerdwissen.

Olympische Spiele und Markus Wasmeier – das war lange Zeit kein Liebesverhältnis. Oder sollte man besser formulieren – Liebe auf den dritten Blick?

Schon 1988 wollte der „Wasi“, wie der Ur-Bayer nicht nur in seiner Heimat gerufen wurde, bei Olympia nach den Sternen greifen. Das Zeug dazu hatte er, denn das inzwischen 62jährige Naturtalent vom Schliersee hatte Laufen und Skifahren praktisch gleichzeitig gelernt, im zarten Alter von zwei Jahren zum ersten Mal auf Skier gestanden, mit Fünf seinen ersten Wettkampf bestritten und prompt gewonnen. Wasmeier schien schon früh Spaß am Gewinnen gefunden zu haben, denn der „Gaudi-Bursch“ räumte im Nachwuchs alle möglichen Titel ab, fuhr mit 19 sein erstes Weltcuprennen, stand dort als 21jähriger zum ersten Mal auf dem Stockerl und sicherte sich 1985 bei den Titelkämpfen in Bormio seinen ersten WM-Titel, im Riesenslalom. Ein erster Karrierehöhepunkt für den deutschen Allrounder, der lediglich im Slalom nicht oft in die Weltspitze fuhr. Abfahrt, Super-G und Riesenslalom, das war Wasmeiers Metier. 1986 gewann er am Lauberhorn in Wengen, 1987 wurde er im Super-G WM-Dritter. Hinzu kamen stabil Top-Ergebnisse im Weltcup. Kein Wunder, dass Wasi auch für die Olympischen Spiele in Calgary als Mitfavorit ins Rennen ging. Und weil der Schlierseer auch immer ein Mann für die Medien war, wurde aus dem Wasi flugs die große Gold-Hoffnung bei den Spielen in Kanada. 

Blöd nur, dass im Super-G das Olympiarennen schon am ersten Tor vorbei war. Eine Enttäuschung, auch im Abfahrtslauf reichte es zwar zu einem guten Resultat, für Platz 6 wurden aber eben keine Medaillen vergeben. Vielleicht auch weil der Erwartungsdruck so groß und Markus Wasmeier diesem Druck 1988 (noch) nicht gewachsen war, fiel der Sonny-Boy in ein Leistungsloch. Und es dauerte eine ganze Weile, ehe sich der Bayer aus diese Tal wieder nach oben kämpfte. Erst Ende der Saison 1990/91 gewann er wieder einen Weltcup, natürlich im Super-G.

Umso besser der Start in den folgenden Olympiawinter: Es gab mehrere Top-Ten Platzierungen im Weltcup und als Kirsche auf der Torte den Sieg bei der Heim-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen. Doch ausgerechnet bei den Olympischen Spielen in Albertville wurde es wieder nichts mit Edelmetall, Rang 4 und die „Holz“-Medaille in der Abfahrt, das war für Wasi einfach wieder eine Enttäuschung – nicht mehr und nicht weniger. Aber bis zur 3. Chance sollten dieses Mal nur zwei Jahre dauern. 

Auch ein schwerer Sturz zu Beginn der Saison 1992/93 konnte Markus Wasmeier nicht davon abbringen, dauerhaft in die Ränge fünf bis 15 zu fahren, was fehlte waren die Podestplätze. Und in dem Bereich knapp hinter den Medaillenrängen bewegte er sich auch in der Olympia-Saison. Was einerseits dazu führte, dass der Wasi durchaus als Medaillenkandidat galt, der Fokus der Öffentlichkeit, der lag diese Mal aber anderswo, Rodeln, Biathlon und Skispringen und das Comeback von Eisprinzessin Katharina Witt waren wichtiger als der Wasi. Und dann kam der 17. Februar. Und Wasis Goldlauf im Super-G. Pünktlich auf die Sekunde war der Deutsche in der Form seines Lebens und lieferte – nicht nur einen Fabellauf, der ihm die Goldmedaille einbrachte. Wasmeier lieferte auch noch einen Freudenschrei, der im ganzen Stadion zu hören war und den die Nachwelt gern zum Jodler umfunktionierte. Der Schlierseer hatte endlich seine Olympiamedaille und als er sechs Tage später auch noch das Riesenslalomrennen zu seinen Gunsten entscheiden konnte, da hatte er sich endgültig mit den Spielen versöhnt. 

Um anschließend das Richtige zu tun – die Skier auf dem Höhepunkt der Laufbahn seinen Rücktritt als Aktiver zu erklären. Seinem Sport, den Bergen und seiner Heimat ist Markus Wasmeier aber treu geblieben und auch deshalb ist der Wasi auch heute noch allen Skisportfans ein Begriff.


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