Olympia-Zeitkapsel: 2002 – DSV-Adler siegen im Krimi von Salt Lake City

Heute geht es für Andreas Wellinger und Philipp Raimund im Super Team ein letztes Mal in Predazzo um olympisches Edelmetall. Zwei Olympiasieger in einem Team – wenn das keine Ansage an die Konkurrenz ist. Bevor es ernst wird, polieren wir euer Olympiawissen nochmal kurz auf. Willkommen in der Olympia-Zeitkapsel: Hier holen wir jeden Tag – passend zu den anstehenden Medaillenentscheidungen – einen legendären Moment der olympischen Geschichte hervor. Genau richtig, um das kleine Extra an Olympia-Nerdwissen mitzunehmen und sich perfekt auf den Wettkampftag einzustimmen.

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Schweizer Doppelschlag – und warum für Deutschland nur noch eine Chance blieb

Harry Potter war da! In Salt Lake City, genauer gesagt in Park City – und wer dort immer noch nicht ganz genau Bescheid wusste: Die Bob- und Rodelbahn war vom Tal aus rechts zu finden, links ging es zu den Schanzen. Zu Harry Potter und den Statisten.

Harry Potter heißt mit bürgerlichem Namen Simon Ammann. Vor den Spielen in den USA hatte der damals 20jährige noch keinen einzigen Weltcup zu seinen Gunsten entscheiden können, in Park City aber, da schien der Schweizer, der mit seiner kleinen runden Brille dem Helden aus den gleichnamigen Filmen zum Verwechseln ähnlich sah und von Medien und Fans prompt umgetauft worden war, ganz offenkundig seinen „Nimbus 2000“ – den Flugbesen erhalten. Oder war es doch der „Firebolt“? Wie auch immer – Ammann lagen die Schanzen, er kam mit der Höhenluft klar und gewann beide Einzelkonkurrenzen.

Warum dieses lange Vorwort? Weil die Konkurrenz aus Finnland, Polen, Österreich, Deutschland, Norwegen und Slowenien in den Einzelwettbewerben nur hinterher segelte. Und somit nur noch eine Goldchance hatte – die im Teamwettbewerb. Folglich fokussierte sich das Interesse auf das Mannschaftsspringen. Favoriten gab es viele, die Finnen, Slowenien, auch die Deutschen. Österreichs Adler haderten in diesen Tagen mit der Form und die Crew um Doppelolympiasieger Potter alias Ammann war insgesamt nicht stark genug besetzt.

Ein Zehntel, das Geschichte schrieb – Deutschlands goldener Teammoment

Es wurde ein Mannschafts-Wettbewerb, den es bis dato (und anschließend bisher nie wieder) in dieser Spannung gegeben hatte. Deutschland um den frisch gebackenen Vierschanzentournee-Supersieger (4 Schanzen- 4 Triumpfe) Sven Hannawald galt als leichter Favorit. Und Bundestrainer Reinhard Heß hatte gepokert, sein Ass als Startspringer gesetzt. Doch Hanni – in den Einzelkonkurrenzen Zweiter und Vierter geworden – ging gehandicapt an den Start, eine leichte Verletzung verhinderte die absoluten Top-Sprünge.

Als zweiter Deutscher musste Youngstar Stephan Hocke ran. Der Gymnasiast aus Oberhof lieferte, brachte sein Team nach vorn. Und auch Michael Uhrmann zeigte mehr als nur solide Sprünge. Vielleicht war das Punktepolster, das der Bayer vor dem letzten Sprung zwischen Deutschland und das finnische Team gelegt hatte, am Ende entscheidend. Vielleicht auch der Mut von Martin Schmitt. Denn beim Schwarzwälder war die Saison bis zu den Spielen eher mäßig verlaufen. Auch im Training flutschte es nicht nach Belieben. Doch Schmitt bewies Nerven, wechselte einen Tag vor dem entscheidenden Wettkampf noch einmal die Skier und erwischte ein paar Bretter, die besser auf die Bedingungen in den Staaten passten, als die Latten, auf denen er zuvor zu Tal gesegelt war.

Schmitt war auch nicht völlig fit, machte im 1. Durchgang aber das Beste aus seinen Möglichkeiten. Im zweiten gelang dem Mann vom SC Furtwangen ein Satz auf 123,5 Meter, sieben Meter weniger als in Durchgang 1 und auch kürzer als Janne Ahonen zuvor. Spannung pur! Dann das Resultat – Deutschland war Olympiasieger mit der Gesamtnote von 974,1 Zählern vor Finnland mit 974,0 Punkten. Ein mickriges Zehntel Vorsprung für die DSV-Adler. Umgerechnet auf reine Weite wären das nicht einmal 10 Zentimeter und das nach acht Sprüngen.

Den Deutschen war es egal. Sie feierten ihren Sieg, den ersten nach 1994. Bis ein DSV-Quartett bei Olympischen Spielen wieder ganz oben stand, sollten 12 Jahre vergehen. 2014 gehörte übrigens auch Andreas Wellinger zum Sieger-Quartett – vielleicht ein gutes Omen für den heutigen Teamwettbewerb. Und für alle Freunde der Statistik – einen Olympiasieg mit dem Vorsprung von einem Zehntelpunkt, den hatte es schon mal gegeben: In Sapporo 1972 gewann der Pole Wojciech Fortuna mit diesem Miniabstand vor dem Schweizer Walter Steiner. Dritter wurde damals der Thüringer Rainer Schmid vor Finnlands Tauno Käyhkö. Abstand zwischen den beiden – man ahnt es – ein Zehntelpunkt.


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