Olympia-Zeitkapsel: 2014 – Gold mit elf Jahren Verspätung – Biathlon-Staffel der Männer

Heute geht es für Justus Strelow, David Zobel, Philipp Nawrath und Philipp Horn in Antholz in der Staffel um olympisches Edelmetall. Eine deutsche Männer-Staffel hat hier am Sonntag bereits Olympiagold bekommen. Folgt heute die nächste? 😉 Gemeint sind Erik Lesser, Arnd Peiffer, Daniel Böhm und Simon Schempp – sie erhielten ihre Medaille allerdings erst elf Jahre nach dem Rennen. Und damit willkommen in der Olympia-Zeitkapsel. Heute reisen wir zurück ins Jahr 2014. Zu einem Staffelrennen, das diesen vier Männern erst mehr als ein Jahrzehnt später doch noch Olympiagold bescheren sollte. Stimmt euch mit uns auf den Wettkampftag ein, bevor es ab 14:30 Uhr zur Sache geht und Anfeuern angesagt ist!

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Der letzte Akt von Sotschi – die Männerstaffel im Showdown

Es war der letzte Wettbewerb bei den Olympischen Biathlon-Entscheidungen in Sotschi und der Höhepunkt schlechthin. Die Staffel der Männer stand auf dem Programm, die Fans freuten sich auf einen spannenden Wettbewerb. Norwegen mit Biathlon-Legende Ole Einar Björndalen und den jungen Boe-Brüdern, Österreich, die Slowenen, die Franzosen, Deutschland und natürlich das Quartett aus dem Gastgeberland standen im großen Olympiastadion von Krasnaja Poljana am Start. Und die Fans kamen auf ihre Kosten, erlebten einen packenden Wettkampf und ein Finale, wie man es sich dramatischer nicht hätte ausmalen können.

Der Reihe nach: Bei Halbzeit des Wettkampfs lag Norwegen vorne, die Boe-Brüder hatten einen kleinen Vorsprung herausgelaufen. Doch Arnd Peiffer erwischte einen Sahnetag, führte das DSV-Quartett im direkten Duell mit Björndalen wieder heran, vor dem letzten Wechsel waren vier Nationen noch im Kampf um Gold unterwegs. Schlussläufer Simon Schempp leistete sich liegend einen Nachlader, war stehend aber Herr seiner Nerven, blieb fehlerlos und verlies als Erster den Schießstand. Norwegen büßte durch eine Strafrunde für Emil Hegle Svendsen alle Chancen auf einen Podiumsplatz ein, die Österreicher konnten mit Schlussläufer Dominik Landertinger das Tempo der Führenden nicht mehr mitgehen und auf den letzten Metern hatte der Russe Anton Schipulin noch mehr zuzusetzen, distanzierte Schempp und lief unter dem Jubel seiner Landsleute zu Gold. Die Deutschen freuten sich über Silber, Österreich über Platz 3.

22.02.2014, Sochi, Russia (RUS): Erik Lesser (GER), Daniel Boehm (GER), Arnd Peiffer (GER), Simon Schempp (GER), (l-r) – XXII. Olympic Winter Games Sochi 2014, biathlon, relay men © NordicFocus. Every downloaded picture is fee-liable.

Gold mit elf Jahren Verspätung

Als ob diese Dramaturgie nicht schon ausgereicht hätte – dieses Rennen war noch lange nicht zu Ende. Denn Jewgeni Ustjugow, beim siegreichen Team auf Position 2 aufgestellt, hatte man des Dopings überführt. Und dem Quartett der Russen folgerichtig den Titel aberkannt. Nun ist der Fakt an sich schon unschön, es wurde aber noch bunter. Denn Ustjugow klagte gegen die Entscheidung, die sich fortan durch die Instanzen schleppte. Jahre gingen ins Land, diverse Gremien Sport- und ordentliche Gerichte waren mit dem Fall befasst. Inzwischen hatten die vier Deutschen ihre Karrieren beendet, sind inzwischen beruflich längst anderweitig unterwegs, wenngleich ihrem Sport auf die eine oder andere Weise dennoch weiterhin verbunden.

2024 – zehn Jahre nach dem Wettkampf schien dann Bewegung in die Angelegenheit zu kommen, denn letztinstanzlich wurde verkündet, die Sache sei entschieden, Gold ginge an Deutschland. Es dauerte aber noch ein weiteres Jahr, ehe die Sache in trockenen Tüchern und der Platz an der Sonne für das DSV-Team amtlich war. Stolze elf Jahre nach dem Wettkampf! Die neuen Medaillengewinner wurden erst am Sonntag nochmal offiziell bei den Olympischen Spielen in Antholz geehrt – 11 Jahre, 11 Monate, 3 Wochen und 3 Tage nach dem Rennen von Sotschi. Es war wohl der einzig würdige Rahmen, der den gezeigten Leistungen und den besonderen Umständen gerecht werden konnte. Deutschland stand endlich ganz oben auf dem Treppchen und Erik Lesser, Daniel Böhm, Arnd Peiffer und Simon Schempp dürfen sich nun offiziell Olympiasieger nennen. Wobei Peiffer damit sogar Doppel-Olympiasieger ist – schließlich gewann er vier Jahre später in Pyeongchang Gold im Sprint.

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Und noch ein Bonmot am Rande: Ole Einar Björndalen, Tarjei und Johannes Tignes Boe stricken auch nach dem Ende ihrer Karrieren weiter an ihren Legenden. Für Tarjei, den älteren der Boe-Brüder ist es Olympiamedaille Nummer 7, für Johannes Tignes sogar Plakette Nummer 9 mit der Besonderheit, dass er sein erstes Olympisches Edelmetall ganz zum Schluss erhält und der Meister aller Klassen, Ole Einar Björndalen, sackt mit Bronze in Sotschi nachträglich seine 14. und letzte Olympische Medaille ein.


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