Kleine Schritte statt großer Sprünge in Sachen Gleichberechtigung

Das Saison-Finale in der nordischen Kombination steht an: Vom 15.-17. März gibt es mit der WM-Generalprobe in Trondheim 🇳🇴 nochmal ein absolutes Highlight zum Abschluss des Winters. 🤩 Wir sind richtig pumped! 💪 Gleichzeitig auch ein guter Anlass, ein bisschen Tacheles zu reden: Denn die Nordische Kombination der Frauen kämpft weiter um Chancengleichheit. 👩 ⚖️ 🧑 Weniger Weltcups, kleinere Schanze und keine Teilnahme bei den Olympischen Spielen – was fehlt, sind gleiche Entwicklungsmöglichkeiten. Nur so gelingt es den Kombiniererinnen aus dem Schatten der Männer herauszutreten. Und das wär endlich an der Zeit. ⌚️

In Oslos Metro Nummer 1 🇳🇴 waren noch Sitzplätze frei. Eigentlich ein Unding, denn die Linie, bekannter vielleicht unter dem Namen „Holmenkollenbahn“, bringt Fans und Gäste im Viertelstundentakt zu den Wettkämpfen an den Hausberg von Norwegens Hauptstadt. Und wenn am Holmenkollen ein Weltcup ansteht, dann strömen die Fans in hellen Scharen. Normalerweise.

👉 Schaut euch auf Instagram nochmals die Highlights aus Oslo an! 😍 

Die Großschanze in Oslo war für die Frauen tabu 🙅‍♀️ 🚫

Dieses Mal war es anders. Denn zu erleben gab es am Holmenkollen zwar einen Weltcup, den aber nicht auf der Großschanze, sondern am kleinen Midstuenbakken der Normalschanze. 👀 Die Rede ist vom Springen der Nordischen Kombiniererinnen. Dass dieser Teilwettkampf selbst bei den skisportverrückten Norwegern unter dem Radar durchlief, lag nicht nur am Termin mitten in der Woche, sondern auch an der Tatsache, dass der Wettbewerb wild geteilt worden war – Springen am Donnerstag, der Lauf dann erst zwei Tage später. 🤷‍♀️ Was auch damit begründet wurde, dass man den Frauen den Sprung von der Großschanze nicht zutraut. 🙄 Das Leistungsgefälle im Feld der Weltcupstarterinnen ist immer noch zu groß. Zumindest im Norwegischen Fernsehen war der Wettkampf aber live zu verfolgen – Nordischer Skisport bleibt eben doch die Nummer 1 in seinem Ursprungsland. 😎

👉 Beste Deutsche: Nathalie Armbruster lief in Oslo 🇳🇴 ein tolles Rennen 🤩 (sportschau)

Gemeinsames Weltcup-Finale in Trondheim 🏁

Der eigentliche Grund für diese zeitlich ziemlich unsinnige Wettkampfplanung ist schnell erklärt: Sowohl die für den Wettkampf notwendigen technischen Voraussetzungen, als auch das Fernsehequipment hatte man eigens für die Sprünge der Kombiniererinnen an der Normalschanze aufgebaut. Weil aber alle anderen Entscheidungen auf der Großschanze absolviert wurden, musste man ab- und ein paar Meter weiter wieder aufbauen. Das kostete Zeit, deshalb die lange Pause für die Kombiniererinnen. 🥲 Zumindest beim Weltcup-Finale für Männer und Frauen in Trondheim 🇳🇴 ist man dann gemeinsam unterwegs. 🥳 Diese Jungs und Mädels gilt es am Wochenende noch einmal so richtig anzufeuern! 📣 💯👇

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👉 Drückt unseren Jungs und Mädels im Mixed-Teamwettbewerb am Samstag (16.03.) die Daumen und verfolgt im ZDF-Livestream das Springen (ab 12:55 Uhr) und den Staffel-Langlauf (ab 15:05 Uhr) 🤩 🔥 💯

Kombiniererinnen müssen gleiche Chancen bekommen

Was nach Normalität klingt, ist leider noch immer eher die Ausnahme. Gerade mal 15 Wettbewerbe umfasste die Weltcup-Saison der Kombiniererinnen in diesem Winter. Zum Vergleich: Die Männer bekamen 22 Chancen. Und noch ein Vergleich in Richtung der Vorbilder unserer Kombiniererinnen, wenn es um den Kampf zur Gleichberechtigung geht 👀 : Für die weltbesten Skispringerinnen waren in diesem Winter 27 Weltcups vorgesehen. Witterungsbedingt werden es jetzt wohl nur 25 – aber immer noch eine Zahl, welche die nordischen Kombiniererinnen ziemlich fassungslos macht. 😪

„Insgesamt ist die Situation für uns nicht einfach: Immer wieder müssen wir nach einem Weltcup-Wochenende mit wochenlangen Wettkampfpausen umgehen.“

Florian Aichinger, Bundestrainer Nordische Kombination Damen

Der Bundestrainer meint damit zum Beispiel: die nahezu endlos lange Pause, die unseren Kombiniererinnen zwischen den Weltcups in Otepää Anfang Februar und Oslo Anfang März zugemutet wurde. Zwar nutzen die Athletinnen die Zeit für Trainingseinheiten, doch trotzdem – derart lange Wettkampfpausen finden sich in keinem anderen Weltcup-Kalender. 🤷‍♀️ Wenngleich sich die Springerinnen noch an Zeiten erinnern können, als ihre Wettkampfserie Anfang Dezember in Lillehammer begann und Anfang Januar in Japan fortgesetzt wurde. 👀 Gut Ding will Weile haben, könnte man meinen. Außerdem seien viele kleine Schritte manchmal besser, als ein paar große Sätze. Am Argument ist was dran, in Bezug auf die Nordische Kombination ist es aber falsch. Denn die Zeit drängt. ⏰ 🫣

Das IOC und die Gleichberechtigung 👩 ⚖️ 🧑

Zur Erinnerung: Die junge Disziplin – die Nordische Kombination der Frauen – wurde etabliert, weil es in verschiedenen Ländern ein starkes Interesse junger Sportlerinnen gab, die anspruchsvolle Sportart zu betreiben. 💪 Andererseits bestand von Seiten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) ziemlicher Druck, denn das IOC hatte und hat sich die Gleichberechtigung der Frauen auf die Olympische Fahne geschrieben und legt entsprechend Wert auf deren Umsetzung.

Svenja Wörth beim Langlauf-Wettbewerb der Kombiniererinnen am Holmenkollen

Doch dann das: Ausgerechnet die Nordische Kombination war im Winter von den Olympischen Wettbewerben die einzige Sportart ohne weibliche Beteiligung. 😤 Was folgte, war ein einigermaßen zähes Ringen, um die Sache ins Rollen zu bringen. Natürlich hatte das wirtschaftliche Gründe. Natürlich war nicht in jedem Land das Interesse, die „NoKo-Frauenabteilung“ auf den Weg zu bringen, gleich groß und auch der Weltskiverband überbot sich nicht gerade in Sachen Aktivität. 🫠 Doch Insidern war klar – an der Nordischen Kombination für Frauen führt kein Weg vorbei, wenn die Sportart selbst im Olympischen Programm bleiben soll.

👉 Keine Olympia-Teilnahme: So bitter war die IOC-Entscheidung für unsere Kombiniererinnen! 😞 😱 😥

Nordische Kombination ist eine olympische Ur-Sportart

Immerhin gehört die Nordische Kombination zu den wenigen olympischen Ur-Sportarten des Winters. Als vor 100 Jahren in Chamonix zum ersten Mal im Zeichen der Ringe Wintersport betrieben wurde, gehörte der Zweikampf aus Springen und Laufen zu den Wettbewerben, die einen Olympiasieger kürten. 🥇 Der hieß Thorleif Haug (wikipedia) und kam aus Norwegen. Insgesamt feierten die Skandinavier einen Dreifacherfolg – ein Zustand, den man auch aus der Gegenwart kennt.🫣

Attraktivität leidet unter norwegischer Dominanz 🇳🇴 🥱

Denn auch das gehört zur Wahrheit – weil die norwegischen Kombiniererinnen den Weltcup dominieren, leidet die Attraktivität. 🫣 😢 Was man den Skandinavierinnen nicht vorwerfen kann – ihrem Landsmann Jarl Magnus Riiber, der bei den Herren nach Belieben dominiert (kicker) übrigens auch nicht. Vielmehr muss sich die Konkurrenz strecken, um mehr Attraktivität und Spannung in die Wettkämpfe zu bekommen. Auch das von den Experten (erfolgreich) etablierte neue Format (👉 das Compact Race), das Sportlern mit Stärken speziell in der Loipe größere Siegchancen einräumt, löst das Problem nur partiell.

Auch Jenny Nowak war beim Weltcup der Nordischen Kombination am Holmenkollen am Start

Olympische Zukunft für die Herren ist ungewiss

Schwieriger gestaltet sich der Kampf ums olympische Überleben. 🫣 Denn die Herren der Ringe sind eben nicht nur vom Kampf um Gleichberechtigung beseelt, sondern auch besorgt um die Attraktivität des eigenen Produkts. Und weil das so ist, kickte man die Kombiniererinnen aus dem Olympischen Programm von Mailand, noch bevor sie die Eintrittskarte für die Winterspiele 2026 hätten lösen können. 😤 😥 Schlimmer noch – die Herren stehen ebenfalls vor dem Aus, wenn sich nicht Grundsätzliches ändert.

Grundsätzlich, das heißt mehr teilnehmende Nationen, mehr Nachwuchsarbeit, eine breitere Basis, mehr attraktive Formate, vor allem aber: mehr Fernsehzuschauer beziehungsweise Nutzer im Web. 📺 👀 💻 Letztgenannte Statistiken sind beim IOC inzwischen eine ernst zu nehmende Währung. Im Kampf um die Quote in den sozialen Medien hat die Nordische Kombination gegen eine in den USA aufgewachsene Freestyle-Ikone aus China, deren Olympiasiege vor zwei Jahren binnen einer halben Stunde 300 Millionen ( 🤯 ) Klicks zur Folge hatten und die chinesische Internet-Plattform Weibo kollabieren lies, einigermaßen schlechte Karten.

👉 Checkt doch gleich mal ab, was unser Nachwuchs so drauf hat: Bei den diesjährigen Winter Youth Olympic Games gab es eine 🥉 Medaille für Team Deutschland in der NoKo! 🔥 💪 🥳

Stars mit Strahlkraft gesucht 🌟 ✨

Aus der Nordischen Kombination eine Trendsportart zu machen, ist aber auch nicht der richtige Plan. Viel erfolgversprechender wäre es, eigene Stars aufzubauen, deren Strahlkraft über die Sportart hinausreicht. 🤩 Und damit für mehr öffentliches Interesse sorgt. 😎 🔥 Außerdem – fast noch wichtiger – sollten die Kombiniererinnen endlich gleiche Entwicklungsmöglichkeiten erhalten, damit sie die Chance bekommen, aus dem Schatten der Männer herauszutreten. Der Weltverband könnte dabei eine wichtige Rolle spielen – wenn er denn will. Denn es gibt ein Argument, dass für die Kombination spricht: Springen auf Matten und Skiroller-Wettbewerbe machen die Sache klimaunabhängig. 👀 Aber das ist schon wieder eine neue Baustelle…


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